Vom Subjekt (Mensch) zum Objekt (Maschine) … und wieder zurück

„Fast alle Schulen ermorden die kindliche Neugierde und beerdigen damit die schöpferische Begeisterung.“  (Alfred Selacher)

Ich habe den Vortrag „Quantenphysik und Kommunale Intelligenz“ von Gehirnforscher Prof. Gerald Hüther auf YouTube gesehen. Auch er stellt vor, dass man noch ganz zu Anfang seines Lebens sich selbst ist. Er hat es als „Subjekt“ bezeichnet, was ich noch als „Mensch“ bezeichnen würde. Kinder bis zum 3. Lebensjahr dürfen in ihrem Tempo lernen wie und was sie wollen. Dabei können sie sich ausprobieren; sie können Lösungsvarianten durchspielen. Und zu Problemen (Stehen, Laufen, Sprache) finden sie selbstständig eine Lösung. Damit wird im Gehirn zum einen ein Gefühl der Begeisterung hervorgerufen, aber zum anderen auch eine Lösung im Gehirn gespeichert.  Sie selbst sehen sich damit als Subjekt/Mensch, die selber etwas erreichen, bewirken können. Ein weiteres Gefühl, was immer bis dahin da ist, ist dass wir geliebt und verbunden werden, für das was wir sind.

Ab einen bestimmten Alter meinen Eltern, dass die Kinder das lernen sollen, was die Eltern glauben, dass ihre Kinder wissen müssen. Meist aus eigenen Glaubenssätzen heraus, die sie durch ihre eigene Erziehung, Schule, Gesellschaft erlernt haben. Daher startet dann das Projekt „Kinderförderung“ mit dem Ziel, dass mein Kind das beste Kind wird. Die Leistungen, die das eigene Kind erbringt, stellen sich Eltern gegenseitig dann auch gerne vor. Ich glaube jeder Mutter hat schon folgende Sätze gehört: „Mein Sohn (5 Jahre) kann schon Klavier spielen.“ Gerade noch zu Weihnachten habe ich gehört: „Mein Sohn (4 Jahre) konnte schon ein ganz langes Weihnachtsgedicht auswendig aufsagen.“ Die Kinder werden dabei nicht gefragt, ob sie das überhaupt möchten. Sie müssen in dem Fall. Diese Kinder, die ja weiterhin geliebt und verbunden sein möchten, lernen, dass sie nur geliebt werden, wenn sie die Erwartungen anderer erfüllen.

Weiter geht diese Objektisierung in der Schule, bei der die Schüler noch mehr zu Objekten werden („Alle machen das so, also schreib jetzt 10 Mal Mama in dein Heft.“). Wenn ein Kind irgendwo „Schwächen“ zeigt, dann geht es zum Nachhilfe- oder Förderunterricht.

Diese ganze Objektisierung hilft dahingehend, dass man irgendwann schön angepasst ist und sich leicht im Job führen lassen kann. Dort wird man auch nur noch als Objekt/Ressource/Maschine betrachtet, welches jedes Projekt/Aufgaben machen kann. Wenn nicht, helfen Weiterbildungen, Massnahmen, Zielvorgaben und sonstiges.

Da wir uns nie selbst haben ausprobieren dürfen, kennen wir unser eigenes Potential gar nicht. Es liegt irgendwo begraben zwischen tausenden von Glaubenssätzen. Wir müssen daher lernen uns wieder als Subjekte/Menschen zu sehen, indem wir versuchen unseren Gestaltungsspielraum immer weiter zu vergrössern. Irgendwann fühlt man sich wieder als Subjekt/Mensch. Dann ist die Potentialentfaltung „unvermeidbar“.

Ich kann dies wunderbar an meiner Tochter beobachten. Während viele Eltern ihre Kinder früh in meinem Umfeld mit Klavierunterricht und Co. hingeschickt haben, so sehr, dass ich tatsächlich auch mal einen Anfall von schlechten Gewissen bekommen habe, ob ich von meiner Tochter nicht zu wenig fordere, habe ich meine Tochter einfach sein lassen. Wenn sie Langeweile hat, habe ich sie einfach gelassen und ihr nicht irgendwas zu tun gegeben.

Ich hatte das Glück auf eine sehr gute Kindergärtnerin zu stossen, die meinte, bei so viel Vertrauen in mein Kind, sollte ich mir mal eine freie Schule anschauen. Da geht es darum, dass die Kinder weiter so sind wie sie sind. Sie dürfen selbst entscheiden, was sie interessiert und was sie lernen wollen. Sie finden selbst Lösungen; sie spielen Dinge immer noch durch. Aber sie kann trotz, dass sie in die zweite Klasse geht, noch nicht lesen. Meine Nachbarin eine Lehrerin ein gefundenes „Problem“. Sie fragt dann immer meine Tochter, ob sie es schon könne und schaut mich dann immer vorwurfsvoll bei der Antwort an. Aber sie merkt nicht, wie meine Tochter es sagt. Mit voller Inbrunst. Nö kann ich nicht, aber das werde ich auch noch lernen.

Sie kommt gar nicht auf die Idee, dass sie unzureichend sein könnte. Stattdessen sprüht sie vor Energie und Selbstbewusstsein. Sie geht morgens zur Schule und bleibt den gesamten Tag dort. Schülern der Regelschule sind dann mit Sicherheit energielos, müssen dann aber noch Hausarbeiten machen. Meine Tochter kommt um 17 Uhr nach Hause und es geht weiter mit voller Energie.

Ich selbst spüre dies unter anderem, wenn ich Workshops leite. Ich liebe Workshops zu moderieren, in denen eine Gruppe gemeinsam etwas gestalten/erarbeiten soll. Da wird mir der Zustand „einfach nur zu sein“ bewusst. Es geht dann nicht um mich. Ich vergesse mich selbst völlig. Ich bin einfach nur da und unterstütze die Gruppe, die Anfangs zwar noch etwas irritiert ist, dass sie mitmachen dürfen. Aber es kommt immer mehr Energie in der Gruppe auf. Am Ende habe ich immer auch das vorgenommene Ziel erreicht und erhalte noch positives Feedback. Nach diesen Workshops bin ich definitiv nicht ausgelaugt, sondern habe durchaus noch eine Menge Energie. Genauso viel Energie habe ich, wenn ich Menschen coachen darf. Ich verliere jegliches Zeitgefühl und bin gespannt auf den Menschen und ob und wie ich ihn helfen kann und freue mich sehr, wenn ich sehe, wie viel Energie nach solch einer Sitzung freigelegt wird.

Ich glaube, ein Schritt, um wieder ein Subjekt/Mensch zu werden, kann die Auseinandersetzung mit dem Human Design sein. Denn dies kann helfen, Potentiale bewusst zu machen. In den Human Design-Beratungen, die ich bisher gemacht habe, merke ich dann immer, dass es für manche schwierig ist, zu akzeptieren, dass sie nicht alles können und nicht alle im Human Design vorhandenen Potentiale verfügen. Wir müssen auch nicht alle Potentiale haben, denn ansonsten bräuchten wir keinen sozialen Kontakt. Nur durch unsere individuellen Potentiale ergänzen wir unsere Gruppe.

Mein Mann und ich möchten dazu beitragen, dass Menschen sich wieder als Menschen (Subjekte) sehen und damit ihr Potential entfalten können. Wir haben daher ein Projekt gestartet, bei dem wir zunächst Leute interviewen möchten, was für sie „glücklich sein“ bedeutet und wie sie das erreicht haben bzw. erreichen möchten; was sie daran hindert ihr Glück zu finden usw. Diese Interviews stellen wir als Podcast und in diesem Blog bereit. Zusätzlich erhalten die Teilnehmenden eine Human Design-Beratung, welches helfen soll, sich die eigenen Potentiale bewusst zu machen. Um zu sehen, ob das Wissen  über das eigene Human Design hilft, Potentiale zu finden und glücklich zu werden, wiederholen wir die Interviews nach einiger Zeit.

Wir suchen Menschen, die daran interessiert sind, bei den Interviews mitmachen möchten und an ihrem Human Design interessiert sind. Meldet Euch! Wir brauchen Euch! Entweder hier im Kommentar oder per Mail (blog@kampinada.com)


Referenzen:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s